Eine kleine Geschichte des Engerser Weihnachtsmarktes

Vor einem guten Jahr, im Sommer 2015, schien es, als sollte die Geschichte des weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannten und beliebten Engerser Nussknacker Marktes, der alljährlich am ersten Adventswochenende stattfindet, nach rund vier Jahrzehnten zu Ende gehen. Aber eine Gruppe engagierter Engerser Bürger unter der Leitung vom Bürgervereinsvorsitzenden Bernd Wolff und dem Nussknacker Markt-„Urgestein“ Uschi und Thomas Bender setzten sich zusammen und so konnte die Geschichte des beliebten Engerser Weihnachtsmarktes, der in diesem Jahr seine 41. Auflage erlebt, fortgeschrieben werden.

Dies soll Anlass sein, noch einmal zurückzuschauen und in Erinnerung zu rufen, wie alles begann. In einer Gegend übrigens, in der vorweihnachtliche Märkte bei weitem keine so lange Tradition haben wie in vielen süd- oder ostdeutschen Regionen und das alljährliche Marktgeschehen in der Vergangenheit meist mit Herbst- oder spätestens mit Martinimärkten endete.

1976 war es, als der rührige INTEG-Jugendclub zum ersten Mal einen Weihnachtsmarkt im Engerser Schlosshof veranstaltete, bei dem man laut Rhein-Zeitung bis zum Nachmittag bereits über 1000 Besucher gezählt hatte. Der Markt war sehr überschaubar, denn weniger als ein Dutzend weihnachtlich geschmückter Marktstände und Buden bildeten damals das gesamte Marktgeschehen.

Nach diesem vielversprechenden Start traten ein Jahr später neben dem INTEG-Jugendclub auch der Engerser Verkehrsverein und die Engerser Gewerbetreibenden als Organisatoren mit auf und machten aus dem Weihnachtsmarkt nach eigener Aussage eine „Leistungsschau der Engerser Gewerbetreibenden“.

Im Jahr 1986 wechselte die Trägerschaft und der Sozialverband Deutschland (Reichsbund) wurde zum ersten Mal Ausrichter des Marktes und nannte den Markt bald darauf „Nussknacker Markt“. Damit wurde eine Marke geboren. Ein fünf Meter hoher Nussknacker markierte nun Jahr für Jahr vor dem Schlosstor das Marktgeschehen, das mittlerweile schon weit mehr als 30 Stände umfasste. Der Markt „boomte“ regelrecht, so dass man wenige Jahre später die Fläche rund um den Martinsbrunnen ebenfalls mit Ständen belegen konnte und die Veranstaltung auf zwei Tage ausdehnte. An mittlerweile vierzig Ständen konnten die Marktbesucher nun hübsche Dinge erwerben und der Duft von Glühwein und „Krebbelscher“ lockte immer mehr auswärtige Besucher in den historischen Engerser Ortskern.

Das stetige Wachstum ging weiter und der Markt dehnte sich bald in die gesamte Schlossstraße aus. 1998 kam die Villa Musica als neuer Partner hinzu und das Kurfürstliche Schloss wurde mit in das Marktgeschehen einbezogen. Rund siebzig Verkaufsstände boten nun alljährlich beim Nussknacker Markt ihre Waren an. Von der mittelalterlich rustikalen Dekoration in der Alten Schlossstraße über das winterliche Iglu-Dorf im Schlosshof bis hin in die prachtvollen Räumlichkeiten des Schlosses präsentiert sich nun Jahr für Jahr ein abwechslungsreicher Weihnachtsmarkt.

Nachdem der Sozialverband 2003 zum letzten Mal als Veranstalter des Marktes fungierte, trat ab 2004 der Engerser Möhnenverein an dessen Stelle. Und mit der Übernahme der Trägerschaft durch die rührigen Möhnen wurde im Laufe der Jahre so manche neue Idee zur Präsentation des Marktes, aber auch des Umfeldes kreiert.

Die Fenster des Alten Rathauses wurden weihnachtlich geschmückt, nachdem zuvor der Giebel des historischen Gebäudes mit einer Beleuchtung versehen worden war; die Alte Schlossstraße präsentierte sich in adventlichem Schmuck; zur Eröffnung des Marktes spielten Turmbläser weihnachtliche Melodien und zuletzt erstrahlte die Fassade des Schlosses in festlichem Lichterglanz.

Seit 2015 ist der Bürgerverein nun ideeller Träger und ein ganzes Team engagierter Engerser Bürgerinnen und Bürger ist über das ganze Jahr mit der Vorbereitung des Marktes beschäftigt, der wohl auch in diesem Jahr wieder einige Überraschungen präsentieren wird.

Mitteilungsblatt 11. Dezember 1976

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